• danischa

Bunt & Frei - Die Nelken der Delfinbananen

Aktualisiert: Apr 13

Als ich unlängst die Geburtstags-Delfinbananen für meine Tochter dekorierte, machten meine Gedanken einen Sprung, viele, viele Jahre zurück...

Zu dieser Zeit lebte ich auf der wunderschönen, tropischen Insel La Réunion und war gerade auf einer weiteren Insel unterwegs...Mohéli. Eine kleine Insel, die zu den Komoren gehört und deren Name mich von Anfang an fasziniert hat. Die Anreise war lange und verlief über Mayotte, wo ich mit einem guten Freund zuvor auf Entdeckungsreise gehen wollte. Fast wäre es uns vergällt gewesen, denn bereits auf der Fahrt zum Flughafen auf Réunion, stellte mein Kumpel Jean-Marie entsetzt fest, dass er doch seinen Reisepass VERGESSEN ! hatte. Kurzerhand umgedreht, den vergessenen Reisepass geschnappt und zum Flughafen gerast!

Es ist sich dann doch noch alles ausgegangen....im Nachhinein betrachtet, hat diese Reise wohl so geendet, wie sie begonnen hatte. Aber dazu später....

Jetzt befinden wir uns vorerst auf Mayotte. Den dortigen Aufenthalt empfanden Jean-Marie und ich als etwas schwierig und nun, wie soll ich sagen, eingeschränkt. Es war die Kultur der Maorais, die vieles unfrei machte, gefeiert wurde hinter dicken Mauern, um die religösen Traditionen nicht zu verletzen.

Ich kann sagen, wir waren beide froh, als Jean-Maries Reise zurück nach Réunion ging und meine weiter nach Mohéli.

Das Glück wollte es so, dass ich mit der Forschungstruppe des réunesischen Schildkrötenobservatoriums Kélonia zu eben besagter kleiner Komoreninsel reisen durfte. Das Team sollte dort mit einem Paramotorfluggerät die Strände abfliegen, um die Population der Schildkröten zu zählen.

Ich bestieg also ein Mini-Flugzeug für 17 Personen auf Mayotte, das mich zur Insel Mohéli brachte. Der Flug war spektakulär und tja, nicht ganz angstfrei...

Die Landung allerdings genial gut ; ) und ich fühlte mich voller Freude, ob der bevorstehenden Abenteuer.

Die nächsten Tage waren erfüllt mit der Entdeckung des kleinen Dorfes, der Behausungen aus Lehm und Stroh, den Kindern, die den Babyschildkröten halfen ohne gefressen zu werden ins Meer zu gelangen und den zahlreichen Walsichtungen. Buckelwale, die sich ohne Ende aus dem Wasser katapultierten, um danach mit großem Spritzen zurückzuplatschen. Da ich in einem kleinen Häuschen direkt am Strand wohnte, konnte ich diese akrobatischen Übungen gut beobachten. Doch bereits nach wenigen Tagen überkam mich eine heftige Müdigkeit und Fieber. Sogleich wurde ich ins Spital geschickt, um zu sehen, ob ich nicht Malaria hätte. Nein, das war es nicht...was es jedoch war, weiß ich bis heute nicht. Jedenfalls lag ich tagelang in einer unendlichen Müdigkeit im Bett und konnte mich nur für zirka eine Stunde wach halten. Am Ende war aber alles gut und zum Aufpäppeln durfte ich einen Flug mit dem Paramotor über die Küste machen...oh yeah!

Es gab auch noch weitere Abenteuer, aber dazu ein anderes Mal!

Und um nun die Schleife zu bekommen....die Nelken, die ich bei den alljährlichen Geburtstagsdelfinbananen verwende, stammen aus Mohéli...quasi direkt vom Baum. So zaubert sich bei jeder Nelken-Verwendung ein Schmunzeln in mein Gesicht und es kommt oft vor, dass ich innehalte und voller Dankbarkeit an diese Lebenszeit zurückdenke.